Johann Wolfgang von Goethe
German
Dieser zweite Band von „Die Leiden des jungen Werther“ schildert Werthers zunehmende Verzweiflung und seinen Selbstmord. Nach Werthers Versetzung an eine diplomatische Stelle kämpft er mit seiner melancholischen Natur und seiner unerwiderten Liebe zu Lotte, die mit Albert verheiratet ist. Zunächst versucht er, Trost in gesellschaftlichen Interaktionen und seiner Arbeit zu finden, wird aber zunehmend desillusioniert von der Oberflächlichkeit und Förmlichkeit seiner Umgebung. Sein Vorgesetzter, der Gesandte, wird als pedantisch und schwierig dargestellt, was Werthers Frustrationen noch verstärkt. Werther findet jedoch eine Seelenverwandtschaft in Grafen C., einem Mann von Intellekt und Empfindsamkeit, der ihm Freundschaft und Verständnis bietet. Trotz dieser Verbindungen intensiviert sich Werthers innerer Aufruhr. Er ringt mit seinen Gefühlen der Unzulänglichkeit und Eifersucht auf Albert, dessen glückliches Leben mit Lotte eine ständige Quelle des Schmerzes darstellt. Er sinniert über seinen Platz in der Gesellschaft, die Grenzen der sozialen Hierarchie und die Sinnlosigkeit seiner Ambitionen. Seine Sehnsucht nach Lotte wird allumfassend und führt ihn dazu, Orte mit gemeinsamen Erinnerungen wieder aufzusuchen und sich ihr zu nähern, auch wenn er den Schmerz ertragen muss, sie mit Albert zu sehen. Die Erzählung folgt Werthers Rückkehr in seine Heimatstadt, wo er Kindheitsorte besucht, die nostalgische, aber schmerzhafte Erinnerungen an eine einfachere, glücklichere Vergangenheit hervorrufen. Diese Rückkehr verstärkt sein Gefühl des Verlusts und seine Desillusionierung mit der Gegenwart. Er findet sich zunehmend isoliert wieder, seine leidenschaftliche Natur kann sich nicht mit den profanen Realitäten seiner Existenz versöhnen. Sein emotionaler Zustand verschlechtert sich weiter, als er das Leid anderer miterlebt, insbesondere die tragische Geschichte eines Bauernjungen, die seine eigene Verzweiflung widerspiegelt. Werthers Besessenheit von Lotte erreicht einen kritischen Punkt. Er ringt mit der Unmöglichkeit ihrer Vereinigung und den moralischen Implikationen seiner Wünsche. Lotte ist ebenfalls zunehmend beunruhigt von Werthers intensiven Emotionen und der Belastung, die sie für ihre Ehe darstellen. Albert, obwohl anfangs geduldig, wird sich der wachsenden Spannung und der möglichen Störung ihres Lebens bewusst. Werthers Gefühl der Gefangenschaft und Verzweiflung gipfelt in seiner Entscheidung, seinem Leben ein Ende zu setzen. Er erlebt intensive emotionale Aufruhr, geprägt von unregelmäßigem Verhalten und tiefer Melancholie. Die letzten Einträge in seinen Briefen an Wilhelm und Lotte offenbaren seinen gequälten Geisteszustand, seine Gefühle der Unwürdigkeit und seinen Wunsch, dem unerträglichen Schmerz seiner unerfüllten Liebe und seiner Desillusionierung mit dem Leben zu entkommen. Er bereitet sich auf seinen Tod vor und sucht Trost in dem Gedanken, Lotte im Jenseits wiederzusehen. Das Buch endet mit Werthers tragischem Selbstmord, einem Höhepunkt seiner inneren Kämpfe und seiner Unfähigkeit, Frieden oder Glück in der Welt zu finden.