Karl Marx und Friedrich Engels
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Das Kommunistische Manifest beginnt mit der Feststellung, dass die Geschichte aller bisherigen Gesellschaften die Geschichte von Klassenkämpfen ist. Es führt die Idee eines Gespensts des Kommunismus ein, das Europa heimsucht und gegen das sich alle alten Mächte verbünden. Die Autoren betonen, dass es höchste Zeit für die Kommunisten sei, ihre Ansichten und Ziele offen zu legen. Der erste Abschnitt, „Bourgeois und Proletarier“, beschreibt die historische Entwicklung des Klassenkampfes von antiken Gesellschaften mit ihren Patriziern und Plebejern über das Mittelalter mit seinen Lehnsherren und Leibeigenen bis hin zur modernen bürgerlichen Gesellschaft. Diese Gesellschaft, angetrieben von Industrie und Weltmarkt, hat die Klassengegensätze in zwei Hauptgegner vereinfacht: die Bourgeoisie (Kapitalistenklasse) und das Proletariat (Arbeiterklasse). Die Bourgeoisie hat eine revolutionäre Rolle gespielt, indem sie den Feudalismus zerstörte und die moderne Industrie etablierte, aber dabei auch das Proletariat schuf. Der Text beschreibt, wie die Bourgeoisie das Proletariat ausbeutet, Arbeit zu einer bloßen Ware macht und die Arbeiter den Launen des Marktes und der Maschinen ausliefert. Er erklärt, dass mit der Entwicklung der Industrie das Proletariat zahlenmäßig wächst und sein Bewusstsein stärkt, was zu Kämpfen gegen die Bourgeoisie führt. Diese zunächst zersplitterten Kämpfe werden sich schließlich zu einem nationalen, politischen Klassenkampf vereinen, der zur unvermeidlichen Überwindung der Bourgeoisie und zum Sieg des Proletariats führt. Der zweite Abschnitt, „Proletarier und Kommunisten“, klärt das Verhältnis der Kommunisten zur gesamten proletarischen Bewegung. Es wird klargestellt, dass die Kommunisten keine separate Partei bilden, sondern der fortschrittlichste und entschlossenste Teil der Arbeiterparteien sind, der die Bewegung versteht. Ihr Hauptziel ist die Formierung des Proletariats zu einer Klasse, der Sturz der bürgerlichen Herrschaft und die Eroberung der politischen Macht. Das Manifest widerlegt gängige Vorwürfe gegen den Kommunismus, wie die Abschaffung der Individualität und der Familie, und argumentiert, dass dies lediglich bürgerliche Konzepte seien, die in einer kommunistischen Gesellschaft überwunden würden. Es wird betont, dass das Endziel eine Gesellschaft ist, in der die freie Entwicklung jedes Einzelnen die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist. Der dritte Abschnitt, „Sozialistische und Kommunistische Literatur“, setzt sich kritisch mit verschiedenen zeitgenössischen sozialistischen und kommunistischen Ideologien auseinander. Er unterteilt sie in Feudalsozialismus (eine aristokratische Reaktion auf die bürgerliche Gesellschaft), Kleinbürgerlichen Sozialismus (der die Ängste des schwindenden Mittelstandes widerspiegelt), deutschen oder „wahren“ Sozialismus (eine philosophisch verzerrte Form französischer sozialistischer Ideen), Bourgeoisen Sozialismus (der versucht, den Kapitalismus zu reformieren, ohne ihn abzuschaffen) und Kritisch-utopischen Sozialismus und Kommunismus (der idealistische, nicht-revolutionäre Lösungen vorschlägt). Die Autoren argumentieren, dass diese Formen entweder reaktionär sind oder die historische Rolle des Proletariats und die Notwendigkeit der Revolution nicht erfassen. Der letzte Abschnitt, „Stellung der Kommunisten zu den verschiedenen oppositionellen Parteien“, skizziert die taktische Vorgehensweise der Kommunisten im Verhältnis zu bestehenden politischen Parteien in verschiedenen Ländern. Sie unterstützen alle revolutionären Bewegungen gegen die bestehende Ordnung und stellen dabei stets die Eigentumsfrage und den grundlegenden Gegensatz zwischen Bourgeoisie und Proletariat in den Vordergrund. Die Kommunisten zielen darauf ab, die Entwicklung der proletarischen Revolution zu beschleunigen, insbesondere in Deutschland, das sie am Rande einer bürgerlichen Revolution sehen, die den Weg für eine proletarische ebnen wird. Das Manifest schließt mit dem eindringlichen Aufruf zur internationalen proletarischen Einheit: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“