Franz Kafka
German
Georg Bendemann, ein junger Kaufmann, lebt mit seinem alten Vater in einem Reihenhaus. An einem Sonntagmorgen beendet er einen Brief an einen Jugendfreund, der vor Jahren nach Russland ausgewandert war. Der Freund, unzufrieden mit seinem Leben, hatte dort ein Geschäft gegründet, das nun zu stocken scheint. Er besucht seine Heimat selten, sein Äußeres deutet auf Krankheit hin, und er hat wenig soziale Kontakte. Georg grübelt darüber nach, was er seinem Freund schreiben soll. Ein Ratschlag zur Heimkehr und Neuanfang erscheint ihm kränkend und könnte ihn weiter entfremden. Er beschließt, nur über belanglose Dinge zu schreiben, um das Bild, das sich der Freund von der Heimat gemacht hat, nicht zu stören. Seine eigene Verlobung mit Frieda Brandenfeld, einem Mädchen aus wohlhabender Familie, verschweigt er zunächst. Seine Braut Frieda wünscht sich, alle seine Freunde kennenzulernen. Georg erklärt ihr seine Zurückhaltung bezüglich des Russland-Freundes, aus Angst, dieser würde sich unwohl fühlen. Schließlich entschließt er sich doch, dem Freund von der Verlobung zu berichten, und ermutigt ihn, zu kommen, wenn er es für richtig hält. Nach dem Schreiben des Briefes sucht Georg seinen Vater auf, der abwesend im Dunkeln sitzt und Zeitung liest. Georg sorgt sich um die Gesundheit seines Vaters und schlägt Veränderungen vor, wie einen Umzug in ein helleres Zimmer und bessere Versorgung. Er bemerkt, dass sein Vater schwach ist und beschließt, ihn in seinen zukünftigen Haushalt aufzunehmen. Der Vater beginnt jedoch, Georgs Darstellung der Freundschaft zu hinterfragen und zweifelt an der Existenz des Freundes. Er beschuldigt Georg der Täuschung und enthüllt sein eigenes Wissen über Georgs vermeintliche Verfehlungen. Die Konfrontation eskaliert, als der Vater Georg öffentlich zum Tode durch Ertrinken verurteilt. Georg flieht aus dem Haus, rennt zum Wasser und stürzt sich in den Fluss, wo er ertrinkt, während auf der Brücke reger Verkehr herrscht.