Robert Walser
German
Der Erzähler beschließt, an einem schönen Vormittag spazieren zu gehen, und verlässt sein Arbeitszimmer. Die Welt erscheint ihm neu und freundlich, ein Gegensatz zu seiner vorherigen Trübsal. Auf dem Weg begegnet er dem imposanten Professor Meili und beobachtet das geschäftige Treiben der Stadt: Buchläden, Bäckereien, Radfahrer, einen Arzt und spielende Kinder. Er äußert seine Gedanken über die Natur der Kinder und die Unvermeidlichkeit des Alters. Er betritt eine Buchhandlung, um sich nach dem Bestseller zu erkundigen, lehnt diesen dann aber ab. Sein Weg führt ihn zu einer Bank, wo ihm mitgeteilt wird, dass ihm spontan tausend Franken gutgeschrieben wurden. Er ist darüber erfreut, beschließt aber, das Geld dort sicher aufzubewahren. Sein Spaziergang wird von Reflexionen über gesellschaftliche Werte und die Oberflächlichkeit des Lebens begleitet. Er kritisiert eine Bäckerei wegen ihrer prahlerischen Goldbuchstaben und beklagt den Verlust von Bescheidenheit. Er fühlt sich unwohl angesichts der industriellen Geräusche und der Arbeit anderer Menschen. Er reflektiert über sein Aussehen und seine Gefühle, während er durch verschiedene Landschaften und Stadtviertel geht. Er begegnet unerwarteten Personen und Orten: einer vermeintlichen Schauspielerin, die er anspricht, einer jungen Sängerin, deren Gesang ihn bezaubert, und dem unheimlichen Riesen Tomzack, der ihm Angst einflößt. Er durchwandert einen stillen Tannenwald und denkt über den Tod nach. Er besucht ein Gasthaus, verzichtet aber auf ein Getränk. Auf dem Rückweg von seinem Spaziergang durchläuft er verschiedene geschäftliche Erledigungen: Er tauscht einen Brief bei der Post ein, streitet mit einem Schneider über einen schlecht sitzenden Anzug und erklärt seine finanzielle Situation bei der Steuerbehörde, um eine niedrigere Besteuerung zu erreichen. Er beschreibt seine Notwendigkeit zu spazieren, um Inspiration für sein Schreiben zu finden. Der Spaziergang endet am Abend an einem See. Der Erzähler wird von der Schönheit der Landschaft und der Abendstimmung ergriffen. Er denkt über seine vergangenen Fehler, seine Einsamkeit und die Vergänglichkeit des Lebens nach. Er erinnert sich an eine junge Frau, die er liebte, und an einen alten, leidenden Mann, den er im Wald gesehen hatte. Das Sammeln von Blumen wird zu einem Symbol seiner Traurigkeit. Der Spaziergang endet mit dem Gefühl der Melancholie und der Akzeptanz der Realität, als er sich auf den Heimweg macht.