Johann Wolfgang von Goethe
German
Faust: Der Tragödie zweiter Teil Akt 1: Anmutige Gegend Faust liegt in einer schönen natürlichen Umgebung, erschöpft und auf der Suche nach Schlaf. Geister singen, um ihn zu beruhigen, und als die Dämmerung bricht, erwacht er erfrischt. Er sinnt über die Schönheit der Natur, die Sonne und einen Wasserfall nach und fühlt sich neu belebt und zielgerichtet. Szene: Kaiserliche Pfalz - Thronsaal Der Kaiser erwartet seinen Rat. Der Narr (Mephistopheles) erscheint und beschäftigt den Kaiser mit Rätseln. Der Kanzler, der Schatzmeister und der Stallmeister berichten über den düsteren Zustand des Königreichs: Korruption, leere Kassen und weit verbreitete Unzufriedenheit. Mephistopheles schlägt eine Lösung vor: Einführung von Papiergeld, das durch die Schätze des Kaisers gedeckt ist. Dies belebt die Wirtschaft sofort und bringt Freude und Wohlstand. Szene: Großer Saal Ein Herold kündigt eine festliche Feier an. Gärtnerinnen präsentieren ihre Waren, die die Ernte des Jahres symbolisieren. Der Kaiser trifft ein, gefolgt von verschiedenen allegorischen Figuren. Ein betrunkener Mann wird von seiner Frau getröstet. Pulcinella und seine Truppe unterhalten das Publikum. Die Parzen (Klooth, Lachesis, Atropos) erscheinen und repräsentieren die Unvermeidlichkeit des Schicksals. Die Furien (Alekto, Megaera, Tisiphone) treten auf und repräsentieren Rache und Chaos. Furcht, Hoffnung und Klugheit erscheinen, gefolgt von Zoilos-Theristes, einem Kritiker. Akt 2: Hochgewölbtes enges gotisches Zimmer Mephistopheles findet Fausts alte Studierstube, die noch erhalten ist. Er erinnert sich an Fausts ursprünglichen Pakt. Ein Famulus namens Nikodemus kommt und sucht Faust. Mephistopheles bereitet sich darauf vor, Faust zu den Müttern zu führen, um Helena von Troja zu finden. Szene: Laboratorium Wagner, Fausts Assistent, erschafft erfolgreich einen Homunkulus, einen kleinen, künstlichen Menschen in einer Flasche. Der Homunkulus wünscht sich eine physische Form. Er leitet Mephistopheles und Faust in das klassische Griechenland, um die Mütter zu suchen, die Faust helfen sollen, Helena zu finden. Szene: Klassische Walpurgisnacht - Pharsalische Felder Faust, Mephistopheles und der Homunkulus treffen während einer magischen Feier im antiken Griechenland ein. Sie begegnen mythologischen Figuren, darunter Erichtho, die Zauberin. Faust sucht Helena. Der Homunkulus führt sie zum Tempel der Mütter. Szene: Oberer Peneios Faust unterhält sich mit Chiron, dem Zentaur, einem weisen Lehrer, der ihm von Helden und der Natur der Schönheit erzählt. Faust drückt seine Sehnsucht nach Helena aus. Chiron leitet ihn zu Manto, der Prophetin, die möglicherweise Wissen über Helena hat. Szene: Unterer Peneios Faust trifft Nereus, einen alten Meeresgott, der von der Vergänglichkeit menschlicher Bestrebungen spricht und Faust zu Proteus, dem Gestaltwandler, um Rat schickt. Proteus rät Faust, die transformative Kraft des Meeres anzunehmen. Faust sucht, geleitet vom Homunkulus, Helena. Szene: Ufer der Ägäis Faust, Mephistopheles und der Homunkulus begegnen verschiedenen Meeresbewohnern und den Sphinxen. Faust fühlt sich von der Schönheit und Kraft des Meeres angezogen. Der Homunkulus strebt danach, eine höhere Form zu erlangen. Proteus rät Faust, die transformative Kraft des Meeres anzunehmen. Akt 3: Vor dem Palaste des Menelas zu Sparta Helena kehrt nach dem Trojanischen Krieg nach Sparta zurück. Sie wird von ihren Dienerinnen und dem Chor begrüßt, die ihre Schönheit preisen. Helena denkt über ihre turbulente Vergangenheit und ihre ungewisse Zukunft nach. Der Chor singt von ihrer göttlichen Schönheit und dem Einfluss, den sie auf Männer hat. Helena äußert den Wunsch nach Frieden und Normalität. Szene: Innerer Burghof Helena wird durch die Erscheinung von Phorkyas, einer grotesken Gestalt, die die negativen Aspekte von Schicksal und Verlangen repräsentiert, beunruhigt. Phorkyas enthüllt die harten Realitäten der Welt und die zerstörerische Kraft des Ehrgeizes. Helena, beunruhigt von diesen Visionen, sucht Zuflucht in ihrem Palast. Faust erscheint, als Prinz verkleidet, und sie werden wiedervereint. Faust verspricht Helena eine glorreiche Zukunft. Szene: Hohes Gebirge Faust, nun ein Herrscher, überblickt sein riesiges Herrschaftsgebiet. Er ist besessen davon, eine ideale Gesellschaft und ein prächtiges Reich zu schaffen. Er befiehlt den Bau eines großen Palastes und einer neuen Stadt. In seinem Streben nach Fortschritt verursacht er unabsichtlich die Vertreibung und das Leid eines älteren Ehepaares, Philemon und Baucis, deren bescheidene Hütte er für sein ehrgeiziges Projekt zerstört. Faust, obwohl zunächst erfreut über seine Errungenschaft, wird von den unbeabsichtigten Folgen seiner Handlungen heimgesucht. Szene: Tiefe Nacht Vier Gestalten – Mangel, Schuld, Sorge und Not – erscheinen vor Faust und quälen ihn. Sie repräsentieren die zerstörerischen Kräfte, die die Menschheit plagen. Faust, verzehrt von Reue und Verzweiflung, erkennt die Sinnlosigkeit seines unermüdlichen Strebens nach Macht und Vergnügen. Er wird von der Sorge geblendet, was die letztendliche Konsequenz seines Ehrgeizes symbolisiert.