Friedrich Schiller
German
Das Stück beginnt mit einer Darstellung der Natur und des einfachen Lebens der Hirten, Jäger und Fischer in den Schweizer Alpen. Diese idyllische Szene wird bald durch die Ankunft von Konrad Baumgarten gestört, der gerade den tyrannischen österreichischen Vogt Wolfenschießen ermordet hat, weil dieser versucht hat, seine Frau zu vergewaltigen. Auf der Flucht vor den verfolgenden Reitern des Vogts bittet Baumgarten verzweifelt den Fährmann Ruodi, ihn über den See zu bringen. Ruodi, der den Sturm fürchtet, weigert sich, aber der legendäre Schütze Wilhelm Tell, der mit seinem Sohn Walter ankommt, übernimmt die Führung und navigiert geschickt durch die gefährlichen Gewässer, um Baumgarten zu retten. In der nächsten Szene äußert Werner Stauffacher aus Schwyz seiner Frau Gertrud seine Unzufriedenheit mit der österreichischen Herrschaft. Gertrud ermutigt ihn, Verbündete in den anderen Kantonen zu suchen. Stauffacher beschließt, nach Uri zu reisen und Walther Fürst und den Freiherrn von Attinghausen zu besuchen, in der Hoffnung, sich gegen die österreichischen Oberherren zu vereinen. In Altdorf bauen unterdessen der österreichische Landvogt Hermann Gessler und seine Männer eine Festung namens "Zwing Uri". Gessler stellt seinen Hut auf eine Stange auf dem Marktplatz und erlässt die Anordnung, dass alle, die vorbeigehen, ihm Ehrfurcht erweisen müssen. Dieser Akt der Arroganz wird von Tell und seinem Sohn Walter beobachtet, die sich weigernd weigern, sich zu verbeugen. Gessler, empört, befiehlt Tells Verhaftung. Tell, obwohl zunächst widerwillig, entgeht der sofortigen Bestrafung, als Gessler, der Tells Geschick mit der Armbrust erkennt, eine grausame Prüfung ersinnt: Tell muss einen Apfel vom Kopf seines Sohnes Walter schießen. Wenn er Erfolg hat, wird er begnadigt; wenn er versagt, werden beide hingerichtet. Tell stimmt trotz seines Leidens der Herausforderung zu. In den folgenden Szenen wächst die Verschwörung gegen die österreichische Herrschaft. Melchthals Vater wird von Landenberg geblendet und gefoltert, weil er sich weigert, den Aufenthaltsort seines Sohnes preiszugeben. Rudenz, zunächst von Heiratsversprechen mit Bertha von Bruneck und österreichischer Gunst beeinflusst, wird von Bertha selbst und dem Leid seines Volkes zu seiner patriotischen Pflicht erweckt. Das Stück verlagert sich dann zu dem legendären Treffen auf dem Rütli, wo Vertreter aus Uri, Schwyz und Unterwalden einen Eid schwören, sich zu vereinen und für ihre Freiheit zu kämpfen. Sie planen, die österreichischen Festungen gleichzeitig am Fest der Geburt Christi anzugreifen. Der Höhepunkt ist erreicht, als Tell erfolgreich den Apfel vom Kopf seines Sohnes schießt und beide Leben rettet. Gessler bemerkt jedoch einen zweiten Armbrustbolzen, den Tell versteckt hatte. Als er darauf angesprochen wird, gibt Tell zu, dass er den zweiten Bolzen für Gessler bestimmt hatte, falls dieser seinem Sohn etwas angetan hätte. Empört über diesen Widerstand befiehlt Gessler Tells sofortige Verhaftung und Verbannung auf die Insel Rütli. Während eines heftigen Sturms auf dem Vierwaldstättersee wird das Schiff, das Tell und Gessler trägt, herumgeschleudert. Tell ergreift eine Gelegenheit, befreit sich und springt auf einen felsigen Vorsprung und stößt Gessler und seine Männer zurück in die tobenden Gewässer. Tell begibt sich dann nach Küssnacht, wo er Gessler überfällt und tötet, wodurch er sein Volk und seine eigene Demütigung rächt. Der letzte Akt schildert die freudige Befreiung des Schweizer Volkes. Die österreichischen Festungen werden zerstört, und die Schweizer jubeln über ihre neu gewonnene Freiheit. Tell, der seine Rolle als Befreier erfüllt hat, wird als Held gefeiert. Das Stück endet mit der Versammlung des Schweizer Volkes, das nun vereint und frei ist, und der Übergabe der Führungsrolle von dem alternden Attinghausen an die jüngere Generation, was die Kontinuität ihres Freiheitskampfes symbolisiert. Die Ermordung Kaiser Albrechts durch seinen Neffen, Herzog Johann von Schwaben, destabilisiert die österreichische Herrschaft weiter und ermöglicht es den Schweizern, ihre Unabhängigkeit zu festigen.